Was für mich?!

 
Praktikum de luxe

Seit Jahren verzeichnet das Handwerk einen eklatanten Nachwuchsmangel. Es fehlt nicht nur an geeigneten Bewerbern - es fehlt an Bewerbern überhaupt. Sieht man sich die Liste der 12 beliebtesten Berufe an, so kann man feststellen, dass das Handwerk hier nur mit drei Berufen vertreten ist: Friseur/in, Kfz-Mechatroniker/in und Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik. Die beiden letzteren werden jedoch – wie sämtliche andere Berufe in diesem Ranking - vornehmlich mit Absolventen mittlerer Bildungsabschlüsse besetzt. Auch wir an der Werner-Ziegler-Mittelschule Senden machen die Erfahrung, dass sich immer weniger SchülerInnen für handwerkliche Berufe interessieren und sich auch nicht überzeugen lassen, diese unverbindlich in einem Praktikum auszuprobieren. Gleichzeitig ist festzustellen, dass das herkömmliche Praktikum im Rahmen des AWT-Unterrichts den Jugendlichen oft nicht die Möglichkeit gibt, sich und ihre Fähigkeiten wirklich zu erproben und so herauszufinden, ob dieser Beruf „Was für mich“ ist. Meist dürfen sie während ihrer Arbeitszeit zusehen oder allenfalls Handlanger-Tätigkeiten verrichten. Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit reibungsfreier und zeitoptimierter Auftragsabwicklungen ist dies kaum dazu angetan, echtes Interesse zu wecken bzw. die Eignung für einen Beruf festzustellen – weder für den Schüler noch für den Betrieb. „Was für mich?!“ soll den SchülerInnen eine individuelle Betreuung und Begleitung bieten. Die Durchführung einer vollständigen Handlung aus einem Berufsfeld, an deren Ende ein für alle sicht- und nutzbares Ergebnis steht, bildet dabei die Grundlage für diesen Baustein des Berufsfindungsprozesses. Gleichzeitig haben die Betriebe die Möglichkeit, ihre Bewerber eingehend zu beobachten und auch deren fachliche Eignung zu prüfen.

 
Gestaltung des Lebensraums

Verschmutzte Wände, beschädigtes oder ungeeignetes Mobiliar, fehlende Aufbe-wahrungsmöglichkeiten, Gestaltung von Spiel- und Aufenthaltsbereichen u.v.m. - das Schulgelände und sein Umfeld bieten unzählige Möglichkeiten zu sinnvollem handwerk-lichem Tun. Interessante, von der Schulgemeinschaft selbst formulierte und gewählte praktische Aufträge sollen die SchülerInnen zur Teilnahme und Auseinandersetzung mit dem jeweils entsprechenden Berufsbild motivieren. Die Erfahrungen aus dem Schuljahr 2016/17 haben gezeigt, dass dies absolut realistisch ist. Die Aussicht und die Erfahrung, sich selbst auf dem Schulgelände oder in der Heimatgemeinde „verewigt“ zu sehen - auch in dem Falle, in dem die Arbeit an sich vielleicht doch nicht so viel Freude gemacht hat wie gedacht - begründet den Projekttitel „Was für mich?!“ mit seiner doppelten Interpunktion.

Dies hat auch positive Auswirkungen auf die Schulgemeinschaft insgesamt: Die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung des Schulgeländes mitwirken zu können, die Erfahrung, dass Ideen und Vorschläge realisiert werden, steigert das Verantwortungsbewusstsein und die Identifikation mit „unserer“ Schule und senkt die Vandalismus-Rate.

 
So läuft's

Im Rahmen der an der Schule fest installierten Berufseinstiegsbegleitung wird in jedem Schuljahr im Mai eine Potenzialanalyse in den 7. Klassen durchgeführt. An dieser nehmen auch Schüler der Übergangsklassen im entsprechenden Alter mit Bleibe-perspektive teil. Die auf dieser Basis erstellten Förderpläne bilden die Grundlage für die weitere Beratung und das Projekt-Casting.  

Parallel dazu entscheidet die Schulgemeinschaft, was im kommenden Schuljahr auf dem Schulgelände bearbeitet oder hergestellt werden soll und formuliert den Arbeitsauftrag. Dementsprechend werden die Betriebe akquiriert. Die Ausgestaltung und Ausführung der Aufgaben obliegt dann den ProjektteilnehmerInnen und ihren Ausbildern.

 

An jedem Projekt nehmen in Abstimmung mit den Betrieben zwei bis maximal vier Schü-lerInnen teil, vornehmlich aus den 8., in Ausnahmefällen auch aus den 9. Klassen und der 9+2. Sie werden in Abstimmung mit den Klassenlehrkräften, den Berufseinstiegsbeglei-tern, dem BO-Koordinator, dem Berufsberater, den Jugendsozialarbeitern sowie den Eltern auf der Basis der Potenzialanalyse, aber auch auf der Grundlage von Interessens-bekundungen ausgewählt. Es sollen insbesondere auch versetzungsgefährdete Schü-lerinnen und Schüler berücksichtigt werden.

In jedem Schuljahr werden 8 Projekte durchgeführt. Jedes Projekt sollte innerhalb einer Woche (40 Zeitstunden) zu verwirklichen sein. Bei erhöhtem Zeitbedarf muss die Aufgabe in klar definierte Teilabschnitte zerlegt werden, um allen Teilnehmern das Erlebnis eines präsentablen Ergebnisses zu ermöglichen. Jeder Zeitabschnitt gilt dann als eigenes Projekt. Am Ende der Woche erfolgt die Präsentation der Ergebnisse.

 

In der Regel werden die Projekte zu den Praktikumszeiten durchgeführt. Als sinnvoll hat sich erwiesen, nicht alle Projekte auf einmal laufen zu lassen, sondern auf mindestens zwei deutlich voneinander getrennte Zeiträume zu verteilen, z.B. Ende November und Ende März. So können einzelne SchülerInnen an zwei Projekten teilnehmen und die Schule flexibler agieren bzw. auf geänderte Bedingungen gleich welcher Art reagieren. Für die Schulgemeinschaft wie auch die Öffentlichkeit ist die Maßnahme durch die mehrmalige Berichterstattung als Teil des Schulprofils präsenter.

 

Die Schülerinnen und Schüler erhalten über die erfolgreiche Durchführung der Mikroprojekte ein von den Beteiligten unterzeichnetes, aussagekräftiges Projektzeugnis.

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